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Warum Atemaussetzer im Schlaf so ungesund sind und was dagegen hilft

Fast aus jedem zweiten Schlafzimmer schallt nachts das Schnarchgeräusch. Was zum einen eine absolut nervige nächtliche Lärmbelästigung für den Partner ist, kann zum anderen wirklich gesundheitsschädlich für den Schnarcher selber sein. Denn es gibt Unterschiede im Schnarchen und das nicht nur in der Intensität und Lautstärke. Es kann nämlich zwischem dem heftigen Schnarchen zu Atemaussetzer kommen, die unter anderem Konzentrationsprobleme und Tagesmüdigkeit nach sich ziehen. Der Fachterminus ist dafür obstruktives Schnarchen.  Doch was genau ist das beziehungsweise was können Sie dagegen tun?

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Ungesunde Atemaussetzer im Schlaf

atemaussetzerEs gibt keine genauen statistischen Angaben, wie viele Menschen an Schnarchen leiden. Anhand von in den USA und Ungarn durchgeführten Studien ist man auf die Schätzung gekommen, dass circa 60 Prozent der Männer und circa 40 Prozent der Frauen zwischen 18 und 70 unter Schnarchem leiden. Des weiteren haben Untersuchungen ergeben, dass circa 30 Prozent der Schnarcher nur “harmlos” krach machen. Das heißt aber auch, dass das Schnarchen bei 70 Prozent aller Betroffenen potentiell gesundheitsschädlich sein kann.

Die Gefahr liegt hierbei in den Atemaussetzern, was bedeutet, dass die Atemwege des Schnarchers für kurze Zeit komplett blockiert sind und der Betroffene temporär keine Luft bekommt. Der medizinische Begriff dafür ist das obstruktive Schnarchen. Durch das kurze Aussetzen der Atmung fällt die Sauerstoffsättigung im Körper. Der sinkende Sauerstoffgehalt im Blut löst eine Reaktion im Hirn aus, die den Betroffenen kurzzeitig aufwachen lässt, um so die normale Atmung wiederherzustellen.

Allerdings bekommt der Schnacher das Erwachen nicht oder wenn nur selten mit und schläft einfach weiter, quasi bis zur nächsten Aufweckreaktion des Gehirns beim nächsten Atemaussetzer. Das ständige, wenn auch unbewusste Aufwachen kann fatale Folgen – je nach Häufigkeit und Intensität der Aussetzer – für den Betroffenen haben. Es kommt zu Konzentrationsproblemen und Tagesmüdigkeit. Ist eine starke Müdikeit zu den Atemaussetzern gegeben spricht man von einer obstruktiven Schlafapnoe.

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Gesundheitsschädliche Folgen des obstruktivem Schnarchens

Die Tagesmüdigkeit ist für die Betroffenen ein sehr großes Problem und Leiden. Denn obwohl sie in der Nacht eigentlich genügend Stunden geschlafen haben, wachen sie morgens völlig erschöpft und ohne Erholung auf. Denn die Aussetzer lassen den Schnarcher nicht in die wichtigen Tiefschlafphasen kommen. Die so wichtige Erholung für Körper und Gehirn entfällt und es kommt zu großen Motivations- und Konzentrationsproblemen. Die Folgen sind Unproduktivität am Arbeitsplatz und die schwere Bewältigung des Alltags.

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Das obstruktive Schnarchen wirkt sich aber nicht nur auf die Müdikeit aus, sondern fördert zudem noch das Risiko an erhöhtem Blutdruck, einem Herz- oder Schlaganfall zu erkranken. Denn durch die Alarmreaktionen des Gehirns auf die Atemaussetzer werden Stressreaktionen ausgelöst. Diese lassen unter anderem den Puls, die Herzfrequenz und Adrenalinausschüttung ansteigen und fördert so das Risiko an den oben genannten Leiden erkranken. Darüberhinaus schlägt eine schlechte Schlafqualität auch auf die Psyche, was zu Depressionen führen kann.

Deshalb ist es so wichtig, sich seinem eignen Schnarchen zu widmen und etwas dagegen zu tun. Ein erster und sehr einfacher Schritt sein eigenes Schnarchen mal zu analysieren, ist mit Hilfe von Schnarch Applikationen für das Smartphone. Diese Zeichnen das Schnarchen in der Nacht auf und werten es aus. Die App Snore Clinic zum Beispiel ist von einem Schlaflabor entwickelt worden und ist darauf spezialisiert Atemaussetzer in der Nacht zu erkennen.

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Behandlungsmöglichkeiten der Atemaussetzer

atemaussetzerEs gibt einige verschiedene Gründe und unterstützende Faktoren für das Schnarchen. Der Hauptgrund dafür ist das Verengen der oberen Atemwege, die durch das Absacken der Zunge und des Unterkiefers in der Nacht bedingt sind. Da durch den entstandenen Engpasse dennoch die gleiche Menge an Luft durchfließen muss, entsteht ein höherer Druck beim Atmen. Dieser bringt das umliegende Gewebe in Schwingung. Zu meist ist es entweder der Weichgaumen bzw. das Zäpfchen, die Rachenwände oder der Zungengrund, welcher vibriert und somit für das Schnarchgeräusch verantwortlich ist. Bei obstruktivem Schnarchen ist die Engstelle kurzzeitig komplett verschlossen und es kann keine Atemluft mehr passieren.

Doch welche Möglichkeiten gibt es, die Atemaussetzer zu behandeln? Es gibt zwei wissenschaftliche erforschte Methoden, die gegen obstruktives Schnarchen helfen. Zum einen ist das die CPAP-Behandlung, zum anderen ist es die Protrusions- bzw. Schnarchschiene. Die CPAP-Behandlung steht für “Continious Positive Airway Pressure”. Dabei wird Luft mit Hilfe einer Maschine über eine Maske dem Betroffenen mit leicht positivem Druck zu geführt, sodass es zu keinem Kollaps des Atemweges kommen kann. Bei einer Schnarchschiene wird der Unterkiefer in einer leicht vorgezogenen Position in der Nacht gehalten, sodass ein Absacken von Kiefer und Zunge nicht mehr möglich ist. Das verhindert ebenso den Verschluss der Atemwege. Allerdings ist anzumerken, dass eine Protrusionsschiene eher bei leichtem bis mittlerem obstruktivem Schnarchen und ein CPAP-Gerät eher bei einer mittleren bis schweren Schlafapnoe eingesetzt wird.

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Neben der Schnarchschiene und der CPAP-Behandlung gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Anti-Schnarch Produkten . Die meisten sind allerdings eher auf das harmlose Schnarchen ausgerichtet, also quasi eher auf die reine Vermeidung der Geräuschbildung. Wer also das Gefühl oder bereits das Wissen hat an obstruktivem Schnarchen an einer Schlafapnoe zu leiden, sollte sich entweder direkt selber mit einer Schnarch App selber analyiseren oder einen Facharzt aufsuchen.

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